Kartons

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Apr 262012
 

Ich glaube, daß jeder Mensch, der Katzen besitzt, irgendwann zweier Dinge gewahr wird.

Erstens, eine Katze wird versuchen, in JEDEN Karton reinzukommen und schafft das erstaunlicherweise auch meist.
Zweitens, wenn irgendwo Papier rumliegt, muß die Katze mindestens drauf rumtrampeln.

Die Katzen von meinem Sohn und mir sind da nicht anders.

Vor ein paar Tagen, und ich weiß nicht wieso, landete ein kleiner Karton, in dem einige der Perlen für meinen Apailana-Kopfschmuck geliefert wurden, auf dem Boden.
Besagter Karton hat eine Größe von etwa 10x10x10cm.

Nun ist der Kater meines Sohnes eine WIRKLICH massive, grau getigerte Katze mit einem weißen Bauch, Socken, und die Unterseite seines Kopfes ist ebenfalls weiß. Also, eigentlich sieht er aus wie eine getigerte graue Katze, die mit der kompletten Unterseite in Milch oder weiße Farbe gefallen ist.
Wir nennen ihn liebevoll ‘die Pizza’, denn ehrlich, wenn der sich hinlegt, dann sieht er aus wie eine.
Wenn er liegt, passt er nicht mehr auf die Sitzfläche eines der Stühle im Eßzimmer. Ein oder mehr Teile (Kopf, Beine, Schwanz…) müssen dann immer herunterhängen, weil der Körper so viel Platz einnimmt.

Nun, da wir über die Größe der Kiste und die des Katers gesprochen haben, kommt das Unvermeidliche.

Besagter Kater entdeckt also den Karton und versucht, hineinzukommen.

Was mich dann dazu brachte, alle Leute, die felsenfest daran glauben, daß Katzen schlauer als Menschen sind, entweder doof oder total durchgeknallt sind.

Denn sogar der allerdümmste Mensch wäre in der Lage, zu erkennen, daß ein Kater, der von seinen Ausmaßen her noch nicht mal auf die Sitzfläche eines Eßzimmerstuhles passt, nie und nimmer in so einen Karton passen würde.

Aber wie ich schon sagte, dieser Katze sind solche offensichtlichen physikalischen Beschränkungen vollkommen egal.

Über eine Stunde habe ich beobachtet, wie er versuchte, in diesen Karton zu gelangen.

Erst hat er’s mit dem Kopf zuerst versucht, was im Prinzip damit endete, daß er fast mit dem Kopf steckenblieb – so groß ist der Kater und so klein war der Karton.
Weil das nicht funktionierte, hat er’s mit den Pfoten zuerst versucht, und dann den Kopf nachgeschoben. Was ihm dann wiederum tatsächlich das Steckenbleiben einbrachte und dazu führte, daß ein Karton mit Hinterbeinen und Schwanz durchs Wohnzimmer sprang. Er musste dann erst gegen die Gartentür laufen, um den Karton loszuwerden…

…hatte aber immer noch nicht genug.

Irgendwann hat er’s dann mit dem Hintern zuerst versucht.
Wie ihr euch vorstellen könnt, steckte er dann wieder fest; und diesmal war’s ein Karton mit Vorderbeinen und Kopf, der etwas panisch durch’s Wohnzimmer hopste.

Keine dieser drei Kombinationen hat er nur einmal versucht. Tatsächlich probierte er jede mehrfach. Soviel zu ‘schlauen Katzen’!

Solltet ihr allerdings annehmen, daß diese Katze aufgeben würde, obwohl es eine Stunde auf alle erdenklichen Arten nicht geklappt hat, dann liegt ihr falsch.

Nach dem letzten Versuch, den Hintern zuerst in den Karton zu manövrieren, ist der Karton mit der offenen Seite nach oben in der Mitte des Wohnzimmers gelandet.

Der Kater zog sich bis zur Tür zurück… duckte sich… fing an zu rennen…

…und einen Moment später lag der Karton plattgequetscht auf dem Boden, mit einer sehr glücklich aussehenden Katze, die darauf lag. In seinem Gesicht lag so ein Ausdruck von ‘Siehste, ich hab’s doch geschafft, ich passe fast in den Karton!’

Ich glaube, Katzen haben so eine Art, die Gesetze der Physik zu beugen….

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